PMP® Rezertifizierung mit Hilfe des CCR

Warum muss der PMP® rezertifiziert werden?

Wer seine PMP® Zertifizierung erfolgreich absolviert hat, darf sich freuen. Und auf weitere Arbeit einstellen. Eine PMP® Zertifizierung ist lediglich für 3 Jahre gültig. Innerhalb dieser 3 Jahre muss ein PMP® nach den Regeln des Project Management Institute (PMI) die Zertifizierung erneuern. Dies geschieht jedoch nicht durch das erfolgreiche absolvieren eines weiteren Examens, sondern durch kontinuierliche Weiterbildung und dem Sammeln praktischer Erfahrungen. Das funktioniert über das sogenannte Continuing Certification Requirements (CCR) Program.

Um die weiterhin den Titel PMP® benutzen zu dürfen, müssen innerhalb der 3 Jahres Frist 60 Professional Development Units (PDU) genannte Punkte gesammelt bzw. dem PMI gemeldet werden. Die gesamte Abwicklung geschieht mit Hilfe des Continuing Certification Renewal System (CCRS), um online PDUs zu geltend zu machen und den Gesamtstatus der Rezertifizierung zu sehen.

Wie erhalte ich PDUs?

PDUs müssen wie schon erwähnt im CCRS geltend gemacht werden. PMI entscheidet, ob und wie viele PDUs dann dem PMP® gut geschrieben werden. PDUs können über Weiterbildungen  und praktische Erfahrungen geltend gemacht werden.

Um einseitige Weiterbildung des PMP® zu vermeiden, hat das PMI festgelegt, dass das Wissen aus den Bereichen Technical Project Management, Leadership sowie Strategic and Business Management, angeeignet werden muss. Dies ist das sogenannte PMI Talent Triangle.

Zu beachten ist noch, das in einigen Bereichen eine Mindestanzahl an PDUs zu erlangen ist und in manchen Bereichen eine Maximalanzahl an PDUs geltend gemacht werden kann. So soll verhindert werden, dass ein PMP® z.B. nur durch praktische Arbeit seine Rezertifizierung sichern möchte, schließlich würde in diesem Falle der Weiterbildungsaspekt völlig ausser Acht gelassen werden.

Doch wofür und wie kann ein PMP® nun PDUs geltend machen?

Weiterbildung

Der wichtigste Baustein, weiterhin den Titel des PMP® tragen zu dürfen, sind regelmässige Weiterbildungen innerhalb dieser 3 Jahre. Wichtig ist jedoch zu wissen, dass hier nicht ständig kosten- und zeitintensive Seminare und Trainings besuchen werden müssen, sondern das CCR mehrere Wege der Weiterbildung anerkennt, die im Folgenden kurz erläutert werden.

Schulung oder Seminar

Schulungen und Seminare gehören sicherlich zu den wichtigsten Wiesenquellen, um persönliches Wissen up2date zu halten. Das PMI erkennt unterschiedliche Arten von Schulungen und Seminare an, z.B.

  • Events von PMI Chaptern,
  • Kurse und Seminare, welche auf der PMI Seminars World angeboten werden,
  • Trainings und Akademische Kurse (von zertifizierten Anbietern),
  • eLearning OnDemand Webinnre (z.B. von Projektmanagement.com)

Meetings

PDUs können auch geltend gemacht werden, nach dem Besuch von organisierten Meetings, z.B. durch PMI Chapter oder Drittanbieter, sofern sich diese Meetings mit entsprechenden Themen auseinandersetzen.

Digitale Medien

Digitale Medien können ebenfalls zur Erlangung von Wissen herangezogen werden. Dies gilt z.B. für OnDemand Kurse, Videos oder andere digitale Medien.

Lesen

Klassisches Lesen von Literatur akzeptiert das PMI ebenfalls. Hierzu zählen alle Arten von Literatur, also Bücher, Artikel in Zeitschriften, Whitepaper zu neuen Themen oder auch das Lesen von Blogs.

Informelles Lernen

Unter informellen Lernen versteht das PMI Wissen, welches durch Gespräche, strukturierten Diskussionen oder auch durch Mentorprogramme erworben wird. Auch durch einigen von Wissen durch informelles Lernen können PDUs geltend gemacht werden.

Giving Back

Wissen teilen und Wissen in praktischer Arbeit anwenden, dies ist neben dem großen Block Weiterbildung der zweite, große Baustein um CCR. PMI nennt es Giving Back, also Zurückgegeben, und diese Baustein des CCR fokussiert sich ganz darauf, sein Wissen bedarfsgerecht einzusetzen. Wie bei der Weiterbildung gibt es auch bei Giving Back unterschiedliche Möglichkeiten, um an PDUs zu gelangen.

Praktische Arbeit

Arbeiten in Projekten als Projektmanager ist die offensichtlichste Möglichkeit, sein Wissen gezielt einzusetzen. Hierbei kann man seine Projekthistorie im CCRS detailliert hinterlegen. PMI vergibt dann für die Arbeit in Projekten dann ein bestimmte Summe an PDUs.

Beiträge erstellen

Beiträge erstellen und sie einem großen Publikum zur Verfügung zu stellen. Unter Beiträgen fallen allerlei Arten, man kann Bücher schreiben, Präsentationen erstellen, Blogs oder Artikel schreiben. Diese Beiträge müssen dann z.B. über Projektmanagement.com einem großen Publikum zur Verfügung gestellt werden.

Präsentationen abhalten

PMI honoriert, wenn ein PMP® ein spezielles Thema im Rahmen einer Präsentation vorstellt. Dies kann z.B. auf speziellen Konferenzen sein, auf von PMI Chaptern organisierten Veranstaltungen oder innerhalb einer Organisation, z.B. beim Arbeitgeber.

Wissen teilen

Ein Training über Projektmanagement halten, die Mentorrolle für neue Kolleginnen und Kollegen übernehmen oder akademische Kurse an Hochschulen halten, das sind Möglichkeiten PDUs geltend zu machen. PMI sieht in der Weiterverbreitung von Wissen einen wichtigen Aspekt in der Wahrnehmung der Rolle des PMP® und honoriert dies entsprechend.

Ehrenamt

Weitere PDUs lassen sich die Freiwilligenarbeit oder Ehrenämter, welche natürlich im Kontext zum PMP® stehen müssen, sammeln. Dies kann die freiwillige Unterstützung des PMI selbst sein, z.B. durch Mitarbeit in einem PMI Komitee, oder auch bei ehrenamtlicher Arbeit bei Non-Profit Organisationen.

Fazit

Viele Wege führen nach Rom – oder zur Rezertifizierung des begehrten Titel PMP®. Mit der Umsetzung des CCR Programs sichert das PMI so die professionelle und regelmässige Weiterbildung der Projektmanager. Was Anfangs vielleicht etwas mühselig und zeitintensiv erscheint, hilft aber jedem PMP® die Reputation sicherzustellen, die dieses Zertifikat mit sich bringt. Zudem ist man mit Hilfe des CCRS jederzeit in der Lage zu erkennen, in welchen Bereichen und zu welchem Zeitpunkt noch Zeit investiert werden muss, um nach 3 Jahren auch weiterhin den Titel PMP® führen zu dürfen.